Ein echt fetter Tag!
fastert am 24. August 2009 um 13:58Es gibt so Tage, an denen mal lieber wieder in den Mutterleib zurückkriechen und am Besten auch nie wieder rauskommen möchte. Von diesen Tagen gab es schon einige, in regelmäßigen Abständen. Es ist, als würde jemand das extra so steuern – heute hat der Fastert mal einen Dreckstag. Einfach so. Ohne Grund. Dabei sind die Absichten und Pläne an solchen Tagen meist rein und harmlos. Unschuldig und völlig in Ordnung.
Man möchte zum Beispiel die Fritteuse reinigen. Ein engelsgleiches Vorhaben, löblich und frei von jeglicher Negativität. Zwischenfrage: nachdem es seit einiger Zeit “Friseurin” statt “Friseuse” heißt, heißt es nun auch “Fritteurin” und nicht mehr “Fritteuse”? Wäre ja nur konsequent. Egal. Damit es keinen Zoff gibt, fange ich noch mal an.
Man möchte zum Beispiel die Fritteurin reinigen. Da ist schließlich noch das Fett vom letzten Geburtstag drin. An den will man sich nicht erinnern, aber was noch viel wichtiger ist: man KANN sich nicht mehr daran erinnern. Es ist also schon ein paar Monate her und das wahrscheinlich mittlerweise radioaktive, pampelige Zeug muss da raus. Dringend. Nun ist es so, dass ich mit diesem Vorgang durchaus vertraut bin. Wir haben jedes Jahr dieses Gerät mit im Urlaub und erhitzen unter Dauerfeuer Chicken Nuggets und Pommes darin. Am Ende erinnert der Inhalt an eine Satelittenaufnahme der Wüste Gobi, mit kleinen Panade-Oasen. Naja, jedenfalls braucht man für den reibungslosen Reinigungsverlauf einen Behälter, welchen man mit lauwarmen Fett füllen und dann zum abkühlen nach draussen stellen kann. Prima eigenet sich hierfür einer von ca. 3 vorhandenen, geleerten Haribo-Gummizeugs-Tupper-Eimern. Man läßt das erhitze Fett abkühlen und kurz bevor es zurück in den musigen Ausgangszustand schwappt, kippt man den ganzen Schnodder in eben genannten Eimer. Aushärten lassen, wegschmeissen, fertig. Soweit die Theorie.
An einem Sonntag will ich diese kampferprobte Vorgehensweise erneut in die Tat umsetzen. Meine Frau sagt noch “Schmeiß’ das olle 70′er Jahre-Biest doch lieber komplett weg und wir kaufen ein neues Gerät!” Ich hauche ein freundliches “Raus hier, ich mach’ das schon!” und schalte die Rarität ein. Alles läuft soweit nach Plan, nach kurzer Zeit ist von drinnen das nötige Gestöhne und Geblubber zu hören. Prüfender Blick hinein – Magen dreht sich um ob der Fallout-Wolke die aus dem Brutzel-Tornister steigt – das Fett ist am kochen. Nun das Gerät ausschalten und erstmal einen trinken. “Nach ca. 15 Minuten ist die Masse soweit, um ins transparente neue Zuhause umzuziehen”, höre ich mich noch denken. Als ich den Inhalt der Fritteurin dampfend ins Haribo-Heim kippe und dieses wie ein Ballonseiden-Anzug am Osterfeuer nachgibt, stehe ich mit heißem Fett besudelt in der Küche und schreie laut auf – vor Schmerz und Ärger über die eigene Dummheit. Ich kann nicht mehr sagen, was mehr weh getan hat. Ich renne ins Badezimmer, stürze zur Badewanne, beuge mich über eben diese und drehe am Wasserregler. Dabei übersehe ich, dass noch der “Duschmodus”, oder wie auch immer man das nennt, aktiv ist. Und als ich den Hahn aufdrehe kommt nicht wie vermutet ein kühlender Strahl aus dem Hahn auf meinen Arm sondern eine eiskalte Fontäne von oben über meinen kompletten Oberkörper. Wie ich aussehe. Halb mit Fett und halb mit Wasser bekleckert gehe ich zurück in die Küche. Alles voll – die Arbeitsplatte, der Fussboden, die Ritzen der Schränke und Schubladen. Alles schön großzügig eingeschmiert, wie bei der Bodybuilder-Weltmeisterschaft. Nur noch ein bißchen mehr. Und mittendrin steht der klägliche, geschmolzene Rest des Haribo-Containers und lacht über mich. Das Auffeudeln, wienern und putzen war im übrigens dennoch nicht das schlimmste an diesem Tag. Es war der Blick meiner Frau, als ich mit der Fritteurin unter’m Arm in Richtung Mülleimer marschierte…
2 Anmerkungen noch an dieser Stelle: wenn mir jemand sagen könnte, wie der “Duschmodus” und eben dann der andere Zustand heißt, wäre ich dankbar und froh. Und wie ist es nun mit der Fritteuse? Fritteurin?
